Unser Bezug zur Natur

 

Ein junges Winzerleben beginnt immer mit dem Versuch die Abläufe in der Natur verstehen/begreifen zu wollen und dadurch vieles auszuprobieren.

Und dann stellen sich Erfahrungen ein, so auch bei mir!

Meine heutige Erkenntnis dazu:

In der Natur steht alles in einer harmonischen Balance und das muss es auch!

Die Aufmerksamkeit des Menschen wird meist aber durch extremere Eindrücke, gerade in Sachen Wein geweckt. Der Winzer kann mit verschiedenen Möglichkeiten auf diese natürliche Balance mehr oder minder stark wie auch mannigfaltig einwirken.

Tatsache ist, je öfters und intensiver solche Eingriffe erfolgen, umso sicherer wird der Wein vom Konsumenten akzeptiert und der Winzer schläft beruhigter. Schließlich kann es soweit kommen, dass der Winzer beginnt seine eigenen Vorstellungen immer differenzierter und extremer auf den Wein zu übertragen und sich damit seine eigene willkürliche Natur erschaffen will, als sie ursprünglich war. Und gerade als ich mich auf ein umfassendes Genusserlebnis freue, verspüre ich diese gähnende Einfachheit im Wein die durch einfältige Attribute wie Farbe, Alkohol, Körper/Gerbstoff und Holzeinsatz mehr als ausreichend bedient werden. Ja ich empfinde eine gewisse Leere zwischen diesen Attributen, lese also nichts zwischen den Zeilen, weshalb für mich solche Weine gänzlich an Attraktivität verlieren.

Meiner Meinung nach geht es nicht um die Intensität von einigen Charakteren, sondern um den Variantenreichtum, des Zusammenspiel dessen und des so gewonnen Gesamteindruck. Und genau das versteht keiner besser hervorzuheben als eine Natur, die sich noch soviel selber ist wie möglich!

Der einzig große Anspruch unserer heutigen so stressigen Zeit ist gerade diesen eigenständig gewachsenen Weinen mehr Zeit für ihre Vollkommenheit zu geben.

 

„Denn höchster Genuss entsteht dort, wo man den Dingen und sich selbst die nötige Zeit vergönnt!“

 

Der logische Schritt für mich heißt, den Eingriff des Menschen soweit wie möglich zu reduzieren. Jedes kleine Steuerrädchen mehr in der Entstehungsgeschichte Wein birgt ein immenses Risiko doch zuviel des Guten zu tun und die eigentliche Stärke eines speziellen Weingartens, der Rebsorte und des Jahrganges zu überblenden.

 

Deshalb bin ich von der Biologischen Weingartenpflege mit sinngemäßer Kellerführung heute und auch für die Zukunft vollends überzeugt!

 

 

 

 

Andreas Draxler

Weingut Andreas Draxler | A-7311 Haschendorf 17
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